Emmausbewegung - eine Gemeinde auf dem Weg
EMMAUS-Bewegung Dtl., Leitung, März 2010
(Der Text wurde erarbeitet mit Hilfe von Textvorlagen von Br. Jan Hermanns)
 
 Der EMMAUS Weg
 
 
Warum seid ihr so traurig
Jesus fragt die EMMAUS Jünger, „warum seid ihr so traurig“. Die Jünger sind nach seinem Tod am Kreuz unterwegs von Jerusalem, dem Ort des Geschehens, nach Emmaus. Sie erkennen den Auferstandenen nicht und erzählen IHM, dem vermeintlichen Fremden, ihre Not.
EMMAUS beginnt, wo Menschen offen und ehrlich über ihre Not reden können. Wo dies geschieht, ist Jesus anwesend auch wenn die Menschen ihn nicht erkennen, so wie die Jünger in der Emmausgeschichte, die ihn auch nicht erkannten.
EMMAUS bedeutet, Menschen einzuladen, offen und ehrlich über sich zu reden.
Wichtig ist, dass wir dabei ein echtes Interesse an den Menschen haben. Dann nehmen wir auch wahr, wenn es ihnen schlecht geht, und die Frage Jesu „Warum seid ihr so traurig“ ergibt sich automatisch. Echte Anteilnahme schafft Raum der Liebe, in dem Menschen sich öffnen können.
 
 
Brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs mit uns redete
Jesus hört ihnen zu und erklärt ihnen, warum all das geschehen musste. ER holt sie bei ihrer Not ab und geht einen langsamen Weg des liebenden Verstehens mit ihnen, so dass sie einander später sagten: „Brannte nicht unser Herz, als er unterwegs mit uns redete?“
So besteht der EMMAUS Weg darin, dass wir die Menschen abholen, wo sie stehen, mit Jesus im Herzen zu ihnen gehen, ihre Not wahrnehmen, ihnen zuhören und sie so in SEINE Liebe hinein nehmen. Es ist dabei zunächst nicht wichtig, dass sie selber Jesus erkennen. Die EMMAUS Grunderfahrung besteht darin, dass wir die Menschen mit den liebenden Augen Jesu ansehen und ihnen einen Raum geben, sich zu öffnen, verstanden zu werden und sich fallen zu lassen. So kann sich Not lösen. Und so werden auch die Herzen von Menschen berührt, von unserer menschlichen Liebe, aber auch von der Liebe Gottes.
 
 
Sie erkannten ihn, als er das Brot mit ihnen brach
Die Emmausjünger erkennen den Auferstandenen als er das Brot mit ihnen bricht. Noch in derselben Stunde brechen sie auf, um den anderen mitzuteilen, dass sie dem Auferstandenen begegnet sind.
Wenn Menschen in der Tiefe ihres Herzens von Gott berührt worden sind, wenn in ihren Zerbruch und in ihre Dunkelheit die Hoffnung und das Licht der Auferstehung leuchtet und wenn sie IHN erkennen, den Lebendigen, der Leben schenkt, dann ist es diesen Menschen oft ein tiefes Bedürfnis diese Erfahrung weiterzugeben. Und oft brechen auch sie noch in derselben Stunde auf.
EMMAUS Weg heißt auch, dass Menschen, Betroffene, die erlebt haben, wie tiefe Berührung mit der Liebe Gottes ihr Leben umgestalten konnte, das Bedürfnis haben, anderen diese Hoffnung weiter zu geben. Sie teilen mit, wie sie mit der Hilfe Gottes Schritte der Veränderung im Leben gehen konnten und wie sie aus der  Beziehung zu Gott Kraft und Halt schöpfen können. Sie werden zu Zeugen für die Botschaft des Glaubens, Zeugen dafür, dass Veränderung und ein Neuanfang möglich sind.
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