Vorstellung der Emmausgruppe in der JVA Waldheim
Die EMMAUS-Gruppe in der JVA Waldheim in Sachsen besteht seit 1993 und wird
seither von Frau Bärbel Pannewitz geleitet. sie berichtet:
Die Gruppenstunden finden jeden Dienstag von 16.00 bis 19.00 Uhr statt und die
Teilnehmerzahl schwankt in etwa zwischen acht und zwanzig, aber auch wenn es mal
mehr und mal weniger sind - die Gruppe findet immer statt. Seit 2010 ist als
Gruppenbegleiter auch der Leisniger Pfarrer dabei.
Der Ablauf:
Nach einem Lied zur Gitarre am Anfang tauschen wir uns in einer Befindlichkeitsrunde
über unsere aktuellen Sorgen und Freuden aus und lassen so einander Anteil nehmen
am Leben des Anderen. Diese Worte, mit denen wir uns einander öffnen, sollen
möglichst unkommentiert bleiben und so bringen wir unser Befinden auch vor Gott.
Danach thematisieren wir eine Bibelstelle, die oft die Gefangenen selbst aussuchen,
lesen sie, teilen uns mit, was uns darin angesprochen hat und wenn jeder an der Reihe
war, besprechen wir Fragen dazu und diskutieren darüber gerne auch lebhaft. Wenn wir
aber erkennen, dass ein aktuelles Problem drängender ist als die ausgesuchte
Bibelstelle, dann hat dieses Problem Vorrang.
Am Ende des Bibelteilens und Mitteilens beten wir dann gemeinsam für das, was für die
Einzelnen gerade wichtig ist.
Dann ist Pause oder die Möglichkeit zu einem Einzelgespräch. Manchmal braucht es das
auch schon gleich zu Anfang und wir können dies anbieten, wenn wir als Leiter zu zweit
sind. Nach der Pause trinken wir zusammen Kaffee, wobei auch noch Einzelgespräche
möglich sind.
Wir sind stets eine gemischte Gruppe, in der nur selten Gefangene dabei sind, die schon
Christen sind und oft sogar noch niemand von Gott oder dem Glauben an lhn gehört hat.
So empfinde ich es als SEIN Geschenk, dass es trotzdem immer weitergeht.
Alle vier Wochen ist dann freitags noch Wort-Gottesdienst und zu den Feiertagen Heilige
Messe. Dazu muss man wissen, dass im Jahr 1994 in der JVA Waldheim das erste Mal
sein 40 Jahren Heilige Messe gefeiert wurde...
Erfahrungen:
lch bin sehr dankbar für die aktive Beteiligung an den Gruppengesprächen und
besonders auch dann, wenn sich z. B. die Probleme zwischen zwei Gefangenen lösen
lassen. So konnten sich beim Besprechen der Bibelstelle, bei der es um Hell und Dunkel
geht, zwei Teilnehmer versöhnen: Der Eine, der es nie wollte, reichte dem Anderen als
erster die Hand und bat um Entschuldigung, die froh und erstaunt angenommen wurde.
Außer der Gruppenarbeit darf ich auch noch in die Hafträume zum Einzelgespräch zu
Gefangenen gehen, die nicht in die Gruppe kommen, aber doch gerne reden möchten.
Eine besondere Freude ist auch, dass in den vergangenen Jahren vier Gefangene sich
haben taufen lassen.
Leider gibt es auch einige neue Beschränkungen unserer Arbeit, was z.B.
Veranstaltungen im Freien betrifft, die wir nicht mehr abhalten dürfen, und auch unser
Gruppenraum mit der guten Atmosphäre könnte uns genommen werden. Hoffentlich
erhalten wir hier Unterstützung vom Anstaltsbeirat. lch bitte euch auch um euer Gebet für
diese Anliegen.
IHM sei Lob und Dank - Bärbel aus Waldheim
Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an die Ansprechpadnerin für die EMMAUS-Gruppe
in der JVA Waldheim:
Bärbel Pannewitz
Dr.-Friedrichs-Str. 38
04769 Mügeln
034362132659
baerbel.pannewitz(ät)gmx.de
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